Auf der Suche nach alternativen Wegen

Eine Familie wagt den Neustart:

Unsere Familie hat vor rund 17 Jahren mit Marlenes Diagnose Rett – Syndrom den „Pfad der Normalität“ verlassen. Normal ist für uns, dass wir uns seit dieser Zeit intensiv mit besonderen Themen aus den Bereichen Medizin, Schul – Sonderpädagogik, Jura und Versicherungswesen beschäftigen.

Marlene wird seit ihrer Einschulung durch eine Schulbegleitung unterstützt. Sie sorgt dafür, dass Marlenes Kommunikationsgerät im Unterricht immer richtig positioniert ist, hilft Marlene bei der Bedienung des Talkers, achtet auf Erholungsphasen, hilft ihr bei allen Bereichen des Lebens und Lernens. Zurzeit hat Marlene das große Glück, eine Logopädin als Schulbegleitung zu haben. Die Fortschritte, die Marlene in den letzten Schuljahren dadurch macht, sind unglaublich.

Marlenes Auszug und der Weg in ein möglichst selbstbestimmtes Leben mit einer erfüllten Tagesstruktur sind nun die Aufgaben, denen wir uns stellen.

Für uns ist klar, dass Marlene einen sehr großen Unterstützungsbedarf hat, aber sie hat das Recht auf Teilhabe und Selbstbestimmung. Beides sehen wir in den uns bekannten Förderstätten und – Pflegewohnheimen nicht gegeben.

Marlene beim Schwimmen
an der Nordseeküste

Aus den Erfahrungen mit den unterschiedlichen Schulen, die Marlene besucht hat, ist uns bewusst geworden, dass es nötig ist, dass wir Eltern uns nun auf einen eigenen – neuen Weg begeben müssen. Wir werden nicht wieder versuchen, bestehende Strukturen zu ändern, sondern unsere Energie in eigene, neue Konzepte investieren. Deshalb sind wir auf der Suche nach Eltern im Raum Fürth, Erlangen, Nürnberg, die wie wir, neue Wege gehen möchten. Die Aufgabe, der wir uns im kommenden Jahr stellen, ist die Frage, wie wir uns gemeinsam mit Marlene die weitere Lebensgestaltung vorstellen und verwirklichen können.

Dabei sind für uns die zentralen Fragestellungen:

Wie könnte eine erfüllte Tagesstruktur für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf gestaltet werden?

Wie können wir Teilhabe am Arbeitsleben und am öffentlichen Leben ermöglichen?

Welche lebenslangen Bildungsangebote können in Anspruch genommen werden?

Marlene mit ihrem Talker.

Wenn Sie sich ebenfalls wie wir mit diesem Thema beschäftigen wollen und evtl. Kinder im jungen Erwachsenenalter haben, für die Sie neue Wege beschreiten wollen, dann würden wir uns auf einen Ideen – und Erfahrungsaustausch sehr freuen.

Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit anderen Familien, die nach Alternativen zu den bestehenden Förderstätten für ihre Töchter und Söhne suchen.

Wir würden uns über eine Kontaktaufnahme sehr freuen!

Christiane und Ulrich Dieckmann